Wer leistungsorientiert fliegt, fliegt viel beschleunigt. Insbesondere auf Wettkämpfen ist das so. Dort hat die Technik ihren Ursprung, bei 2-Leiner-Wettkampfschirmen im beschleunigten Zustand nicht die Steuerleinen zur Stabilisierung der Kappe zu benutzen, sondern die hinterste Stammleinenebene.

So sind an den Wettkampfgeräten der verschiedenen Hersteller bereits seit längerem entsprechende Steuervorrichtungen an den B- bzw. C-Tragegurten etabliert. Sie sind in der Regel als Kugeln oder Schlaufen ausgeführt, die die stabilisierende Anstellwinkeländerung vereinfachen. Der Pilot hat so die Möglichkeit drohende Kappenstörungen (Frontstall) zu verhindern, ohne aus dem Gas gehen zu müssen. Ein signifikanter Steuerinput über die Bremse ist bei Vollgas nicht ratsam, da auf diese Art das Profil zusätzlich destabilisiert wird (Hohlprofil).

Swing hat bei seinen Streckenschirmen (vor allem dem EN-C Schirm NEXUS) diese innovative Art der Steuerhilfe über die hinteren Tragegurte verfeinert und bietet sie jetzt auch auf dem neuen NYOS. Der High-End B – Schirm verfügt über einen geteilten C-Tragegurt, der auf Höhe der Leinenschlösser mit einem Verbindungssteg versehen ist. Die sog. C-BRIDGE. Sie erlaubt eine C-Steuerung über die hinteren Tragegurte weitgehend ohne störende Leistungseinbußen. Und sie erlaubt sie fein abgestuft nach aussen oder nach innen, doch dazu mehr später.

Die C-BRIDGE ist einfach aufgebaut. Sie besteht aus einer etwas längeren Gurtbandschlaufe, die an den Leinenschlössern der beiden C-Tragegurte befestigt ist.

Die C-BRIDGE bietet vier Einsatzmöglichkeiten für fortgeschrittenes Fliegen:

  • zieht der Pilot die C-BRIDGE kurz und impulsiv herunter, verkürzt er beide C-Tragegurte leicht und sorgt für ein Anbremsen bzw. Aufstellen des Profils. Diese Nickkontrolle erlaubt dem Piloten, z. B. während Talquerungen bei turbulenten Bedingungen länger im Gas zu bleiben und die Turbulenzen über die C-BRIDGE zu kontrollieren.
  • zieht der Pilot dagegen die C-BRIDGE feinfühlig und außenbetont, kann er ebenfalls bei Vollgas Richtungskorrekturen ohne Leistungsverlust vornehmen.
  • Ist bei Talquerungen maximale Gleitleistung gefragt, kann der Pilot im beschleunigten Flug ganz leicht die äußere C-Leine über die C-BRIDGE etwas herunterziehen und gewinnt dadurch bis zu 0,5 GZ mehr Gleiten.
  • Eingesetzt werden kann die C-BRIDGE nicht nur im Schnellflug, sondern auch bei Trimmgeschwindigkeit. Hier lässt sich das System in schwachen Bedingungen nutzen, um besonders effektiv und flach kreisen zu können.


Easy Groundhandling über die C-BRIDGE

 

Ein weiterer positiver Effekt der C-Bridge ist, dass sich beim Starthandling die schmalen C-Tragegurte leicht sortieren lassen. Und bei Starkwind und Groundhandling lässt sich die C-Bridge zur perfekten Kontrolle des Schirms über die C-Gurte verwenden.

Ein Zitat des SWING-Wettkampfpiloten Erwin Auer – allerdings zum NEXUS:

„Mit der c-bridge fliegt sich der NEXUS fast wie ein zweileiner – ich habe sozusagen das Gefühl, den Stier bei den Hörnern zu haben“. Aber der beste Weg, die Vorteile dieser neuen Techniken herauszufinden, ist sie im Flug „in natura“ am NYOS auszuprobieren.